Patriarch Antonios Kardinal Naguib: Christen in Ägypten

Patriarch Antonios Kardinal Naguib: Christen in Ägypten

Über das Leben der Christen in Ägypten

1 – Ägypten, vor drei Wochen

Es ist Sonntag, der 20. November 2011. Ich schreibe diesen Vortrag nicht in Kairo, wo ich gewöhnlich lebe, oder in Beirut, wo ich vom 14. bis 16. November am jährlichen Treffen der Katholischen Patriarchen der Ostkirchen teilnahm, und auch nicht in Rom, von wo ich neulich angereist bin. Ich schreibe ihn in Cotonou, Benin, wo ich vom 18. bis 20. November an den Feiern teilnahm, durch die der Heilige Vater Benedikt XVI. die Apostolische Exhortation „Africa Munus“ (Afrikas Bekenntnis zum Herrn Jesus Christus) veröffentlichte. Heute früh übergab  der  Papst  persönlich  den  Text  an  die  Vorsitzenden  der Bischofskonferenzen  in  Afrika.  Als  ich  an  der  Reihe  war,  war  ich  äußerst überrascht und glücklich, weil er unvermittelt zu mir sagte: „Ägypten, ich bete für seinen Frieden und um Stabilität!“ Ich dankte ihm für seine Zuneigung unserem Land gegenüber, für seine Gebete und die Ermutigung.

Zurück im Hotel mit den anderen Kardinälen und Bischöfen, und nach dem Mittagessen und einer kurzen Rast, sah ich im Fernsehen Nachrichten aus Ägypten an. In der Tat hatten mir einige Bischöfe schon erzählt, dass in den Nachrichten von gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Protestierenden und der Polizei in Kairo und in anderen ägyptischen Städten die Rede war. Jetzt ist es drei Uhr am Nachmittag. Ich sehe Fernsehbilder von den gewaltsamen Übergriffen der Streitkräfte auf Demonstranten. Jetzt verstehe ich die Worte des Heiligen Vaters besser. Die Nachrichten sprechen von zwei Toten und 750 Verletzten. Und stündlich steigen die Zahlen.

Ich wische meine Tränen ab. Immer muss ich weinen, wenn ich Blut fließen sehe, bei den Angriffen auf Kirchen und Christen seit den 80er Jahren, und später gegen die Jugend der Revolution des 25. Jänner, oder bei den Angriffen gegen Christen in den darauf folgenden Monaten, und schließlich während der drei Tage von Freitag dem 18. bis Sonntag dem 20. November. Ich beweine nicht nur die Christen, oder die tapfere Jugend der Revolution. Ich trauere wegen unseres geliebten Landes, Ägypten, und seiner siebentausendjährigen Zivilisation. Ich fürchte um die Zukunft, und um die Träume der Jugend der Revolution von einem Staat, der auf Gesetz, Gleichheit und Bürgerrechten basiert und der Würde und Respekt für jede Person sichert.

 2 – Historische Rückblenden

Nach alter Tradition kam der christliche Glaube mit dem heiligen Evangelisten Markus nach Ägypten. Die ersten drei Jahrhunderte waren derart geprägt von Verfolgung und Martyrium, dass die Kirche von Alexandrien ihren Kalender mit dem Jahr 284 zu zählen begann, dem ersten Regierungsjahr des Kaisers  Diocletian,  des  größten  Verfolgers.  Der  Kalender  trug  den Namen

„Kalender der Märtyrer“. Mit Konstantin brach eine Zeit des Friedens und des Wohlstandes für die Kirche von Alexandrien an. Im Jahr 451 lehnte sie die dogmatischen Definitionen des Konzils von Chalzedon ab und trennte sich vom Rest der Christenheit, zusammen mit der Syrischen, der Armenischen und der Äthiopischen Kirche.

Die muslimischen Araber eroberten Ägypten 640 – 642. Damals begann unser Leben unter den muslimischen Kalifen, den Sultanen und den Gouverneuren, mit Zeiten des Friedens, und häufiger mit Perioden von Unterdrückung und Verfolgung. Im Jahr 1805 ging der albanisch-türkische General Mohamed Ali Pascha daran, das moderne Ägypten aufzubauen. Seine Nachfolger setzten seine Arbeit fort. Im Jahr 1952 leitete ein Militärputsch 60 lange Jahre eines verkappten diktatorischen Polizeistaates ein, die am 11. Februar 2011 mit dem Rücktritt von Ex-Präsident Mubarak und seiner Clique endeten.

Heute hat Ägypten 88 Millionen Einwohner. Die Christen sind 8 bis 10 Millionen, wovon die Koptisch Orthodoxen die überwiegende Mehrheit bilden. Die Katholiken sind 250.000, in 13 Diözesen. Der größte Teil von ihnen gehört zu unserer  Kirche,  der  Koptisch-Katholischen  mit  7  Diözesen.  Die  anderen  6 Diözesen haben jeweils einen Bischof für das ganze Land.

Im Oktober 2010 nahmen alle Bischöfe unserer Region an der Nahost- Synode im Vatikan teil. Auf diesem historischen Treffen verwendeten wir niemals das Wort „Verfolgung“, wenn wir über die Situation der Christen in der Region sprachen. Aber das heißt nicht, dass alles in Ordnung ist. Die Situation in Ägypten kenne ich am Besten. Hier stehen die Christen vor vielen Schwierigkeiten. Ich will die Wichtigsten erwähnen:

1 – Einige praktische Dinge, die gegen die Prinzipien von Freiheit und Gleichheit verstoßen. Die Bedeutendsten sind:

  •  Beschränkungen beim Bau oder bei der Renovierung von Kirchen
  • Sehr wenig Ernennungen oder Beförderungen von Christen in hohe leitende Positionen. Einige Sektoren sind gänzlich für sie verschlossen.

 2 – Einige Dinge sind vom Koran oder von der Scharia, dem islamischen Gesetz, verboten:

  • Die Heirat einer Muslimin mit einem nicht-muslimischen Mann.
  • Kein Nicht-Muslim erbt von einem Muslim. Wenn ein Ehemann zum Islam konvertiert, können seine Frau und seine Kinder nichts von ihm erben, außer sie konvertieren auch zum Islam.
  • Minderjährige  Kinder  eines  Mannes,  der  zum Islam konvertiert,  werden automatisch auch als Muslime betrachtet, unabhängig davon, was der religiöse Status der Ehefrau ist.
  • Wenn jemand vom Islam zu einer anderen Religion konvertiert, verliert er oder sie den Besitz.

  3 – Andere praktische Probleme für Christen:

  • Bücher für Schulen und Universitäten enthalten viele Passagen die Christen und den christlichen Glauben verletzen oder sogar offen attackieren.
  • Das gleiche gilt für die Medien und die religiöse Rede.
  • Es gibt beinahe keine christlichen Sendungen in den Medien, dafür aber ständig muslimische Programme. Dadurch dringt die islamische Kultur in das Bewusstsein ein und prägt die Werte und das Verhalten der ganzen Bevölkerung, und damit auch der Christen.
  • Gewalt gegen Christen und Kirchen, ohne eine Intervention der Autoritäten, ohne Bestrafung der Schuldigen. Jeder erinnert sich an die Tragödie des Neujahrstages in der Koptischen Kirche in Alexandrien.
  • Um Konflikte zu lösen, verwenden die Autoritäten sogenannte „traditionelle Sitzungen zur Versöhnung“ mit religiösen und bürgerlichen Repräsentanten, bei denen Christen gewöhnlich gezwungen werden ihre Rechte aufzugeben.

3 – Das Klima der Revolution

Zu Beginn der Revolution waren wir glücklich die harmonische und gänzliche Verschmelzung zwischen Muslimen und Christen zu sehen. Wir sahen, wie die Ägypter zusammenkamen, angezogen von einer gemeinsamen Sache und einem gemeinsamen Ziel: Freiheit, Würde, Gleichheit, Gerechtigkeit. Konfessionelle  Unterschiede  hatten  aufgehört  uns  zu  entzweien  oder gegeneinander zu stellen. Junge Muslime und Christen waren zusammen auf dem Tahrir- (Freiheits-) Platz, dem zentralen Fokus der ägyptischen Proteste. Sie erhoben  die  gleichen  Forderungen,  verbunden  mit  den  gleichen  Slogans,  wie „Nationale Einheit, Muslime und Christen“.

Kopten und Muslime reichten einander die Hände gegen das Regime von Ex-Präsident Hosni Mubarak: „Im Namen von Jesus und Mohamed schließen wir unsere Reihen“. – „Wir werden weiter protestieren, bis zum Sturz der Tyrannei“, erklärte ein koptischer Priester während seiner Predigt auf dem Platz. Die zusammengewürfelte Menge hielt Korane und Kreuze in die Höhe und sang: „Wir sind eins!“ Muslimische und christliche Gebete wurden auf dem Tahrir-Platz abgehalten, Scheichs und Priester waren miteinander verbunden. Keine Kirche oder Moschee wurde angerührt, und die religiöse Rede war gemäßigt. Wir hofften, dass das andauern würde.

Unglücklicherweise war das nicht so. Führer extremistischer muslimischer Strömungen traten auf. Die Massenmedien brachten erneut verletzende Reden gegen das Christentum und die Christen. Wir dachten auch, dass dramatische Ereignisse wie der Angriff auf die koptische Kirche in Alexandrien am 1. Jänner niemals mehr geschehen würden. Auch diesbezüglich wurden wir bald enttäuscht. Mehrere dramatische Zwischenfälle ereigneten sich. Ich bin mir sicher, Sie kennen diese aus den Medien.

4 – Die derzeitige Situation

Was sind heute die Sorgen der Christen in Ägypten?

  • Extremistische islamische Kräfte beherrschen die politische und soziale Szene, genauso wie die Medien.
  •  Daraus folgt eine Orientierung hin auf einen islamistischen religiösen Staat.
  • Es gibt sehr große Schwierigkeiten, den Artikel 2 der Verfassung abzuändern, der besagt: „Der Islam ist Staatsreligion, Arabisch ist die offizielle Sprache, und die Scharia (islamische Rechtsprechung) ist die Hauptquelle der Gesetzgebung“.
  • Nach der Revolution geschahen 15 bedeutende Attacken gegen Kirchen und Christen. Andere weniger wichtige Konflikte werden vor Ort gelöst.
  •  Gewaltsame  Angriffe  werden  wieder  nicht  durch  Gerichte und  nach  dem
  • Gesetz geahndet, sondern durch die traditionellen Versöhnungs-Sitzungen.
  •  Die Unsicherheit über die Zukunft drängt Christen weiter zur Auswanderung.

5 – Positive Aspekte und Hoffnungen

In diesem schwierigen Kontext halten einige Faktoren unsere Hoffnung hoch. Sie erleuchten unseren Weg und geben uns neuen Mut.

  •  Ein wichtiger Hoffnungsstrahl kam von der Nahost-Synode im Oktober 2010. Sie gab uns größere Gewissheit über unseren Platz und unsere Rolle in der Region. Sie entfachte unseren Eifer zur Erneuerung unseres religiösen, pastoralen und kirchlichen Lebens und bestärkte uns in der Absicht, uns am sozialen und politischen Leben unserer Länder zu beteiligen.
  • Die fortschreitenden politischen Änderungen in Richtung demokratischer bürgerlicher Staaten, die in mehreren Ländern unserer Region geschehen.
  • Die Entschiedenheit der Jugend, welche die Revolution in Ägypten begann, und all jene, die sich mit ihnen verbunden haben, um ein Hauptziel anzustreben: einen bürgerlichen demokratischen Staat und eine ebensolche Gesellschaft. Diese Gruppen sind die Wächter der Revolution.
  • Die massenhafte Beteiligung der Bevölkerung am Referendum vom 19. März. Die Christen nahmen daran in einer noch nie dagewesenen Weise teil.
  • Die erfolgten Reaktionen des „Hohen Rates der Streitkräfte“ auf 3 Angriffe gegen koptische Kirchen (Sôl, Atfih, Marinab).
  • Die zahlreichen verurteilenden Stellungnahmen von muslimischen Führungspersönlichkeiten  und von zuständigen Personen in der Staatsverwaltung, gegen jeden gewaltsamen Übergriff auf Christen.
  • Die Anstrengungen der revolutionären Kräfte, politische Parteien zu schaffen und zu stärken, um einen nationalen demokratischen Staat aufzubauen.
  • Vergangenen Juni veröffentlichte El-Azhar, das höchste religiöse Institut der sunnitischen islamischen Welt, ein sehr wichtiges Dokument. In 11 Artikeln beschreibt es die Gestalt und die Basis des ersehnten Staates. Es bestätigt dass die Verfassung und die Gesetzgebung „in Übereinstimmung mit den wahren islamischen  Aspekten“  sein  müssen.  Aber  es  gibt  der  Vision  eines modernen Staates weiten Raum.
  • Das Engagement der Christen im politischen Leben. Alle christlichen Kirchen ermutigen ihre Mitglieder, sich politisch zu engagieren. Besondere Anstrengungen gibt es im Hinblick auf die gegenwärtigen Wahlen zur gesetzgebenden Versammlung.
  • In der katholischen Kirche haben wir einige Initiativen und Programme zur Weiterbildung unserer Gläubigen auf diesem Gebiet.
  • Zu  guter  Letzt,  das  große  Interesse  und  die  Sorge  der  internationalen Instanzen gegenüber unseren Ländern, vor allem in der katholischen Kirche und ihren Organisationen. Mein Besuch in ihrem geschätzten und schönen Land, der von der Dreikönigsaktion, dem Hilfswerk der Katholischen Jungschar organisiert wurde, und besonders unser heutiges Treffen, sind ein lebendiger Beweis dafür.

6 – Der Einsatz unserer Kirchen für eine bessere Zukunft

Um einen Beitrag für eine bessere Zukunft zu leisten, haben sich die Kirchen viel vorgenommen. Zu diesen Maßnahmen gehören:

  • Das genaue Studium der Dokumente und Empfehlungen der Nahost-Synode, um davon ausgehend einen Aktionsplan für das pastorale uns soziale Wirken unserer Kirchen zu erarbeiten, und zwar je nach den konkreten Kontexten. In Ägypten machen wir das als gemeinsames Projekt der 7 katholischen Kirchen.
  • Eine positive Haltung der Kirchenleitungen gegenüber den Entwicklungen in den jeweiligen Ländern zu erreichen und zu unterstützen. Unsere Vision und unser Handeln müssen über den spirituellen und pastoralen Bereich hinausgehen und den sozio-politischen Aspekt anvisieren. Aber es muss auch der den Gläubigen, und besonders der Jugend, eine Ausbildung ermöglichen, damit sie die Basis des sozio- politischen Lebens kennen, sich in seinen Institutionen und Strukturen engagieren und so einen positiven Beitrag für eine bessere Gegenwart und Zukunft leisten. Christen dürfen dem öffentlichen Leben gegenüber keine negative Einstellung haben, und sie dürfen sich nicht abkapseln.
  • Einige christliche Politiker fordern eine fixe Quote von Christen für das Parlament und den Senat. Aber viele andere lehnen das ab und betonen, dass wir durch unser Eintauchen in die politische Sphäre,  durch unsere aktive Präsenz und unser Mittun unseren Platz in den politischen Institutionen auf allen Ebenen erkämpfen müssen.
  • Mit Entschiedenheit und Kraft an der Überwindung der Gegensätze zwischen den christlichen Kirchen in jedem Land und in jeder Region zu arbeiten und egoistischen Interessen und Prioritäten zu überwinden. Unsere gemeinsame Sorge muss das sein, was gut für das ganze Land ist und gut für das Christentum, in der konkreten Situation und im Leben der Christen. Das ist der zentrale Aufruf der Synode.
  • Eine weitere Empfehlung der Synode ist die Zusammenarbeit mit allen gemäßigten Kräften in der Gesellschaft, mit Muslimen und Teilen der Zivilgesellschaft. Es gilt unsere Mitarbeit auszuweiten, um ein Gegengewicht den extremistischen Strömungen gegenüber zu schaffen.
  • Die Synode drängt uns auch, alles nur Mögliche zu tun, um die katastrophale Abwanderung der Christen aus unserer Region zu stoppen oder wenigstens zu vermindern, indem wir sie dazu aufrufen, Glaube, Vertrauen und Hoffnung auf die Zukunft zu haben. Gott war der Herr der Geschichte, die eine Heilsgeschichte ist,er ist es und wird es sein. Es ist unsere Pflicht, das Christentum in jedem unsererLänder zu halten. Hier lebten Christus, die Apostel und die ersten Kirchen.

7 – Wie können Sie unseren Kirchen helfen?

  • Indem Sie unsere Anstrengungen und unsere Programme unterstützen. Durch Treffen und Seminare versuchen wir, unseren Kirchenmitglieder, dem Klerus und den Gläubigen, und besonders der Jugend eine soziale, staatsbürgerliche und politische Bildung zu geben.
  • Indem Sie unsere Bildungseinrichtungen fördern. Die katholischen Schulen sind die besten im Land, und oft sind sie die einzige Plattform, wo Christen und Muslime mehrere Jahre zusammen leben. Dort herrscht eine Atmosphäre der Geschwisterlichkeit, des Respekts, der Kooperation und der Freundschaft. Das ist der beste Boden für das Gedeihen von Einheit und Frieden. In unseren Schulen sind 50 bis 80 Prozent Muslime. unsere Schulen brauchen Unterstützung. Neue sollten errichtet werden, und das können wir nicht allein aus eigener Kraft.
  • Indem Sie unsere Kirchen dabei unterstützen, soziale Dienste für die Bevölkerung, und besonders für die Armen anzubieten. Diese sind die Mehrheit. Dafür brauchen wir Spitäler, kleine Fabriken, sozialen Wohnbau, Mikro-Kredite, Unterstützung für arme Studenten an den Schulen und Universitäten.
  • Indem Sie der Kirche dabei helfen, zukünftige Führungskräfte im sozialen und politischen Bereich sowie im Bildungsbereich hervorzubringen.
  • Diese Aufzählung möchte ich beenden mit dem Hinweis auf die Wichtigkeit der Ausbildung und Weiterbildung des Klerus. Die Priester sind die Leiter ihrer Pfarreien und haben einen großen Einfluss auf die Gemeinschaften.

8 – Schlusswort

Schließen möchte ich mit dem Hinweis darauf, dass die mühsame und leidvolle Geschichte unserer Kirchen eine Parabel ist. Ihre Botschaft ist für uns als universale Kirche immer aktuell. Sie mahnt uns, treu und mutig zu sein. Christen müssen in den Kulturen und Zivilisationen die gemeinsamen Anknüpfungspunkte für die Begegnung entdecken, für den Dialog und die Zusammenarbeit. Unser bestes Eingangstor ist die Freundschaft mit unseren Schwestern und Brüdern im Land.  Das  „Sakrament  der Freundschaft“  macht  Gott  gegenwärtig  und  öffnet unsere Herzen für ihn. Christen sind dazu berufen, Erbauer einer Stadt der Gemeinschaft, des Friedens, der Gerechtigkeit und der Gleichheit zu sein, in Geschwisterlichkeit, Solidarität, gegenseitiger Hilfe und Liebe. Das ist das Ideal, das uns anleitet auf unserem Weg in unserem derzeit so verworrenen Land hin zu einem Staat, der gegründet ist auf den Menschenrechten, den Bürgerrechten, dem Gesetz, der Freiheit und der Menschenwürde. Wir zählen auf Ihre Gebete und danken für Ihre herzliche und großzügige Unterstützung.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich meinen wärmsten Dank der österreichischen katholischen Kirche und allen ihren Organisationen aussprechen, und besonders der Katholischen Jungschar mit ihrer Sternsingeraktion, für ihre sehr wertvolle und großzügige Unterstützung und Hilfe für unsere Kirche und unser Land, in der Vergangenheit, heute und in der Zukunft.

Und ich komme zum Ende mit diesen Worten des Propheten Nehemia:

„Der Gott des Himmels wird uns Erfolg schenken und wir, seine Diener, wollen anfangen zu bauen.“ Aufstehen und bauen. Das ist der Schritt, den wir in Ägypten jetzt erleben. Ein neues Ägypten wird geboren, es schaut auf, es ist entschieden dazu an einer besseren Zukunft inmitten von schmerzlichen Fallgruben zu bauen. Mit starkem Glauben und großer Hoffnung bitten wir Gott darum, er möge uns seine Hilfe schenken, Weisheit und Erfolg. Möge er uns Christen anleiten, Diener seines Reiches der Gerechtigkeit und des Friedens zu sein, wahre Zeugen seines liebenden und erlösenden Wirkens in Ägypten, in der Welt, in der Geschichte. Wie gern würde ich doch sagen können: Ich bin stolz, ein ägyptischer Christ zu sein, ich bin stolz auf unsere Revolution!

Vielen herzlichen Dank, und möge Gott Sie segnen!

[Übersetzung: P. Franz Helm SVD, Österreich]


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